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Freitag, 21. Juli 2017

Raymond Chandler – Der lange Abschied (1953)




Chandler gilt, zusammen mit Dashiell Hammett, als der Meister des Kriminalromans schlechthin; sieht man die berühmten alten Hollywood Filme der 40er Jahre, wird man unweigerlich ständig über den Namen dieses Autoren stolpern. Er hat eine Reihe von Romanen rund um die Figur des Philip Marlowe geschrieben, der in den legendären Film-noir Streifen von Humphrey Bogart verkörpert wurde. „Der lange Abschied“ ist der vorletzte dieser Romane, und der erste, den ich von ihm las.

Freitag, 14. Juli 2017

Haruki Murakami – Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt (1985)





Murakami ist wohl der Autor, von dem ich bislang das meiste gelesen haben. Dieser Band ist nun schon sein zehntes Buch in meiner Sammlung, und er ist definitiv einer meiner Lieblingsschriftsteller. „Naokos Lächeln“ gehört zu meinen Lieblingsromanen und „Südlich der Grenze, Westlich der Sonne“, „Kafka am Strand“, „Mister Aufziehvogel“ und „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ habe ich alle sehr genossen. Nicht verwunderlich, dass meine Erwartungshaltung hier sehr hoch war, doch leider wurde der Roman dem nicht gerecht. Insgesamt fand ich das Buch nicht sehr gelungen.

Dienstag, 11. Juli 2017

William Faulkner – Licht im August (1932)






Teilweise tat ich mich etwas schwer mit diesem Roman Faulkners, etwa wenn ich an die ersten 100 Seiten denke. Zuerst ging es um die schwangere Lena, die von Alabama zu Fuß losging um den Mann zu finden, der sie verlassen hat, später ging es sehr ausführlich um die Entwicklung des irgendwie-Protagonisten Christmas. Generell ist es schwierig hier eine Hauptfigur auszumachen; wenn ich eine bestimmen müsste, wäre es wohl eben Christmas, ein in Clint-Eastwood-Manie maulfauler Antiheld.

Dienstag, 27. Juni 2017

Thomas Mann – Buddenbrooks: Verfall einer Familie (1901)






Zum ersten Mal fahre ich in wenigen Wochen rauf nach Norddeutschland, an die Ostsee. Unter anderem werde ich auch einen Halt in Lübeck einlegen – eine wunderbare, sympathische und authentische Stadt, sagte man mir. Gerade wegen den Verbindungen von Günter Grass und Thomas Mann zu Lübeck freue ich mich sehr darauf. Letztes Jahr erst las ich „Die Blechtrommel“ und ich bin gespannt, ob ich die ein oder andere Anspielung auf den kleinen Trommler sehen werde; die Buddenbrooks jedoch hatte ich noch nie gelesen, und ich erkannte diesen Zeitpunkt als den bestmöglichen, um diese Lücke zu füllen.

Sonntag, 11. Juni 2017

Novalis – Heinrich von Ofterdingen (1802)




Jüngst befiel mich die Lust auf romantische Literatur. Bislang las ich hier nicht viel – lediglich Hoffmanns „Fräulein von Scuderi“, Goethes Werther (zumindest habe ich ihn als der Romantik zugehörig empfunden), Eichendorffs Taugenichts und Tiecks blonder Eckbert, soweit ich mich erinnere. Da mir die Romantik besonders in der klassischen Musik die liebste Epoche ist und mir auch die der Romantik nicht so weit entfernten Bilder des Impressionismus sehr gefallen, dachte ich, hier gebe es noch Nachholbedarf. Ich habe mir also den alten Klassiker von Novalis ausgesucht, der ja mit seinem Symbol der blauen Blume das Sinnbild der Romantik schlechthin begründete. Ich nehme mein Fazit vorweg: ich fand das Buch grauenhaft.

Montag, 5. Juni 2017

Jorge Luis Borges – Die unendliche Bibliothek (1923-1983)



               


Phantastische Literatur, magischer Realismus, Erneuerer der spanischen Literatur, der wichtigste argentinische Schriftsteller, das Nichtbekommen des Literaturnobelpreises, der blinde Bibliothekar – auf diese Schlagworte trifft man im Zusammenhang mit Borges immer und immer wieder. Einer meiner absoluten Lieblingsschriftsteller ist der Japaner Haruki Murakami, der es nahezu perfekt versteht, magisch anhaftende Geschichten zu erzählen, in denen die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung fließend sind.

Michail Bulgakow – Der Meister und Margarita (1940)



 


 
Die Szene ist Moskau, wo der Satan höchstpersönlich mit seinem Gefolge einzieht und die Bevölkerung aufmischt. Auftretend als der Schwarze Magier Voland veranstaltet er etwa eine Zaubervorführung, in der es Geld regnet, welches sich nach dem Ausgeben allerdings in unnütze alltägliche Gegenstände oder Tiere, bspw. in eine Biene verwandelt. Begleitet wird Voland von seinen Gehilfen Asasello (ein fieser kleiner Kerl mit „feuerrotem Haar“ und einem hauerähnlich herausstehenden Eckzahn), Korowjew (ein langer Mann, immer mit kariertem Hemd und zerbrochenem Zwicker auf der Nase) und Behemoth (ein sehr fetter Kater, der auf seinen Hinterbeinen läuft) und ein paar weiteren, weniger erwähnten Figuren.

Homer - Odyssee (8. Jhd. v. Chr.)





 
Mit der Odyssee beginnt im allgemeinen die Weltliteratur, wie wir sie kennen. Mit Abstand ist es das älteste Werk, das ich bisher gelesen habe – und das vermutlich überhaupt jemand lesen kann. Es geht dabei um die Rückkehr des Odysseus, der nach dem Kampf um Troja auf vielerlei Hindernisse stößt, während sein Ziel sein Heimatland Ithaka ist. Dort warten sein Sohn Telemachos und seine Frau Penelope auf ihn, wobei in dem Haus des Odysseus viele kräftige und edle Männer um die Hand der Penelope werben. Angesichts der langen Abwesenheit Odysseus' verlangen diese Freier eine Entscheidung Penelopes, wobei sie sich rüpelhaft aufführen und aus den Hausvorräten leben; Penelope und ihr Sohn bergen jedoch im Innersten noch die Hoffnung auf die Rückkehr Odysseus‘.

Henry Miller – Wendekreis des Krebses (1934)




Das also war der schockierende Miller Roman! Viel Aufsehen hat er damals erregt, und das ist keine Untertreibung. Begründet ist dies hauptsächlich mit der unverblümten Darstellung von Sex und der Obszönität (insbesondere auch in der oft vulgären Wortwahl), die vielen Szenen anhaftet. Aber zunächst zum Inhalt: der Ich-Erzähler Henry Miller, von dem man ausgehen muss, dass er tatsächlich aus eigener Perspektive schreibt, reiht lose zusammenhängende Geschichten episodenhaft aneinander. Das Ganze spielt im Paris Anfang des 20. Jahrhunderts.

Zsolt von Harsanyi – Ungarische Rhapsodie (1936)






Auf diesen Roman wurde ich nur durch Zufall aufmerksam, als ich nach einer literarischen Bearbeitung von Liszts Leben suchte. Diesen bewunderte ich bislang auf der einen Seite seiner schier unglaublichen Schaffenskraft wegen, aber natürlich auch für die ihm nachgesagte Virtuosität auf dem Klavier.

Julian Barnes – Lebensstufen (2015)







Dieses Buch ist das erste, welches ich von Julian Barnes lese; aufmerksam auf den Autor wurde ich erst zuletzt durch die Behandlung seines neuesten Romanes über Schostakowitsch im Literarischen Quartett. Als ich dann an einem Tag in Regensburg zufällig über einen kleinen Bücherflohmarkt stolperte und dieses Buch mit einem Heißluftballon auf dem Cover sah, war mein Interesse geweckt, und ich kaufte es blind, ohne überhaupt zu wissen, worum es im Groben ging.